Verpackungsdesign Food Festival
Packaging Design | Guidelines | Retail | international
Für dieses Projekt habe ich verschiedene Verpackungsdesigns für die Lidl Eigenmarke "Food Festival" gestaltet bzw. von Vorgänger-Produkten adaptiert. Die Aufgabe bestand darin, bestehende Marken- und Packaging-Guidelines mit länderspezifischen Anforderungen zusammenzuführen und auf unterschiedliche Verpackungsformate sowie Produktvarianten zu übertragen.
Der Fokus lag dabei nicht nur auf der visuellen Gestaltung, sondern vor allem auf der Entwicklung eines konsistenten Packaging-Systems: von der klaren Informationshierarchie auf der Front über die Organisation von Pflichtangaben bis hin zur Übertragung des Designs auf unterschiedliche Produkt-Stanzen und Sprachversionen. Ziel war es, die Wiedererkennbarkeit der Marke zu sichern, die Produkte im Regal klar differenzierbar zu machen und gleichzeitig die Anforderungen verschiedener Märkte zu berücksichtigen.
In meiner Rolle habe ich Packaging-Layouts entwickelt, bestehende Guidelines in konkrete Designentscheidungen übersetzt und die Gestaltung auf mehrere Formate und Varianten angewendet. Besonders relevant war dabei die Balance zwischen Markenwirkung, Lesbarkeit, Sortenlogik und der oft hohen Informationsdichte auf begrenzter Fläche. Das Projekt zeigt meine Arbeitsweise an der Schnittstelle von Branding, Packaging und systematischer Designadaption: Ich arbeite nicht nur auf der Ebene einzelner Entwürfe, sondern denke in skalierbaren Designsystemen, die auch unter realen Handels- und Produktionsbedingungen funktionieren.
Zeitraum
05/2025 - 10/2025
Kontext
Magellan GmbH für Lidl
Mediengestalterin

Herangehensweise
Zu meiner ständigen Lektüre gehörten insgesamt bis zu fünf verschiedene Guidelines, welche Informationen über Lidl-Packaging, Marke, Recycling, Länderbesonderheiten, Druckbesonderheiten und verschiedene Labelnutzung beinhalteten. Für alle folgenden Prozesse war es ernorm wichtig, allen Richtlinien zu folgen um Reklamationen durch Produktverantwortliche zu vermeiden und Korrekturschleifen auf ein Minimum zu begrenzen.
Der Prozess gliedert sich in drei verschiedene Stadien:
1. Layout
Auf Basis einer Blanco-Stanzdatei wird die komplette Neuanlage eines Verpackungsdesigns mit Platzhaltern angefertigt. Dies dient vor allem der Abstimmung von Inhalten und deren Anordnung zur Einschätzung der Platzverhältnisse.
2. Artwork
Auf Basis der Abstimmung im Layoutprozess werden nun alle Feinheiten ergänzt, retuschierte Produktfotos eingefügt und soweit finalisiert, dass keine Korrekturwünsche mehr bestehen.
3. Reinzeichnung
Hier entstehen die finalen Druckdateien die später dem Hersteller zur Verfügung gestellt werden. Wichtig hierbei ist die akkurate Überprüfung aller relevanten Druckeinstellungen im PDF um spätere Fehlproduktionen zu vermeiden.
Plattform
Lebensmitteleinzelhandel "Lidl", international
Team
Vier Mitarbeiter + Teamleitung
Die Herausforderung
Food Festival als Marke besteht bei Lidl schon seit vielen Jahren. Bisher kannte man die Marke vor allem aus den Niederlanden, wo sie von den Konsument:innen hervorragend angenommen wird. Aus diesem Grund entschied man sich dafür, Food Festival nicht nur visuell zu überarbeiten, sondern auch international auszurollen.
Die Gestaltung internationaler Produkte bringt vor allem eins mit: Verschiedene zu beachtende Regularien der unterschiedlichen Länder und die Problematik, viele verschiedene Sprach-Cluster auf oftmals sehr wenig Platz unterzubekommen. Des Weiteren ist zu beachten, dass alle Produkte länderübergreifend dem gleichen optischen Schema folgen müssen, auch wenn der Zeitpunkt des Layout-Starts variiert.


Besonderheiten im Design
Sortendifferenzierung muss immer durch Farbe und Produktfoto erkennbar sein
Die Gestaltung muss trotz sehr viel Inhalt noch „snacky“, aufmerksamkeitsstark und markenkonsistent bleiben
Größenverhältnisse der Typoelemente müssen unbedingt und zu jederzeit eingehalten werden
Produktabbildungen sollten, sofern möglich, der realen Größe entsprechen und optisch nicht vom wirklichen Produkt abweichen
Einsatz von KI im Gestaltungs-Prozess
Viele der neuen Food Festival Produkte sind richtige Innovationen und soweit noch nie auf dem Markt präsent geworden. Aus diesem Grund war die Nutzung von Stockmaterial oftmals nicht möglich, sodass wir als Team kreativ werden mussten. Eine Kollegin promptete daraufhin auf Basis der Fotos aus der Herstellung genaue Anweisungen wie das Produktbild auszusehen hat, inklusive Positionierung, Winkel, Stimmung, Requisiten und auf welchem Geschirr das jeweilige Produkt abzubilden ist. Schnell etablierte sich diese Arbeitsweise im Team, sodass die späteren Anweisungen für Foto-Briefings wesentlich einfacher gestaltet werden konnten. Dies vereinfachte die Kommunikation im Layoutprozess enorm, sodass jede Partei eine genaue Vorstellung davon bekam, wie das Produkt auf der Verpackung inszeniert wird.


Die geöffnete Verpackung zeigt gut, wie ich mit einer großen, flexiblen Fläche und vielen Inhalten gearbeitet habe. Neben der Produktinszenierung mussten hier auch Nährwerte, Pflichtangaben und mehrere Sprachversionen untergebracht werden. Wichtig war für mich, die Informationen so zu gliedern, dass die Verpackung trotz der Menge lesbar bleibt und die visuelle Wirkung der Food-Festival-Range nicht verloren geht.

An der aufgefalteten Faltschachtel wird am deutlichsten sichtbar, wie das Design über die Front hinaus funktioniert. Hier musste die Gestaltung auf mehrere Flächen verteilt werden - von Produktbild und Sorte auf der Vorderseite bis zu Zubereitung, Nährwerten und Pflichtangaben auf Rück- und Seitenflächen. Die Stanze zeigt gut, wie ich die Inhalte an die Boxstruktur angepasst und trotzdem eine klare, zusammenhängende Gestaltung beibehalten habe.

Jedes Produkt hat seine individuellen Anforderungen
Die aufgefalteten Verpackungen machen die eigentliche Struktur des Packaging-Systems sichtbar. Sie zeigen, wie marken- und produktrelevante Inhalte, Sortenlogik und Pflichtangaben über Front-, Seiten- und Rückflächen organisiert wurden und wie das Design an unterschiedliche Informationsmengen sowie technische Gegebenheiten der Stanze angepasst ist. So wird nachvollziehbar, dass die Gestaltung nicht nur auf eine visuelle Front abzielt, sondern auf ein konsistentes, funktionales Gesamtpaket, das auch unter realen Handels- und Produktionsbedingungen funktioniert.
Auf die jeweiligen Besonderheiten je Produkt gehe ich in den Bildbeschreibungen genauer ein.
Die Food Festival Produkte in freier Wildbahn
Am 11.05.2026 war es dann soweit und ca. ein Jahr später kann ich die Produkte an denen ich gearbeitet habe in meiner Lidl-Filiale begutachten. Die hier gezeigten Artikel sind lediglich die Produkte die auf dem deutschen Markt verfügbar sind. Das Sortiment verfügt noch über viele weitere Produkte, auf die ich aber hier nicht näher eingehen werde.
Insgesamt habe ich gemeinsam mit meinem Team in der oben genannten Zeit ca. 120 Artikel für ca. 30 verschiedene Länder gelayoutet und ca. 20 bis zum Reinzeichnungs-Stadium begleitet.



